Bürgermeister Dr. Gero Karthaus

Rede des Bürgermeisters in der ersten Sitzung des neuen Rates am 4.11.2020

Sehr geehrte Mitglieder des Rates, sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie alle herzlich heute Abend zur ersten Sitzung des neu gewählten Rates der Gemeinde Engelskirchen. Diese erste Sitzung in der neuen Legislaturperiode findet an einem besonderen Ort und unter besonderen Umständen statt. Die Corona – Pandemie verschont auch uns im Aggertal nicht, macht uns unsicher und stellt uns vor neue, ungewohnte Herausforderungen. Aber genau dies wird auch unsere gemeinsame Arbeit im Rat und in den Ausschüssen kennzeichnen: sich auf neue Situationen einzustellen, Herausforderungen anzunehmen, Chancen in der Krise zu erkennen, neue Lösungen zu finden und die Wege dorthin schnell und engagiert zu gehen. Darauf wird es zukünftig immer mehr ankommen.

Zunächst aber möchte ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren des Rates, herzlich zu Ihrer Tätigkeit gratulieren. Sie sind von unseren Bürgerinnen und Bürgern in ihre Aufgabe direkt gewählt, oder über die Listen der Parteien benannt worden. Sie sind damit bereit, Verantwortung zu übernehmen und die Geschicke unserer Gemeinde mitzubestimmen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Ihre Freizeit, sondern auch weit darüber hinaus. Wie wichtig dabei die Unterstützung Ihrer Partnerin, Ihres Partners und Ihrer Familie ist, wissen viele von Ihnen schon. An dieser Stelle meinen Dank für diese Rückendeckung durch Ihre Lieben.

Ich freue mich auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen von Ihnen, auf ein vertrauensvolles und respektvolles gemeinsames Wirken. Nur so kann der Weg in eine gute Zukunft für unsere Gemeinde erfolgreich gestaltet werden, denn meine Aufgabe ist untrennbar mit der des Rates verknüpft.

Ich denke, dass in den bisherigen 11 Jahren meiner Amtszeit deutlich geworden ist, dass meine Aufgabe als Bürgermeister für mich viel mehr bedeutet, als nur eine interessante berufliche Aufgabe. Daher dürfen Sie auch weiter von mir brennende Leidenschaft für unsere Heimat und einen besonderen Einsatz für die Ergreifung der Chancen erwarten, die sich unserer Gemeinde bieten. Dass wir in den letzten Jahren diesen Weg erfolgreich gemeinsam gegangen sind, ist auch eine außergewöhnliche Leistung eines kleinen aber feinen Rathausteams, das engagiert und kompetent gezeigt hat, was trotz schwieriger Voraussetzung alles möglich ist. Dafür danke ich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ich bin überzeugt, dass sie sich auch in Zukunft über das Verlangte hinaus einbringen werden.

Wir haben erfolgreiche Jahre in der Entwicklung unserer Gemeinde hinter uns. Und das parallel zur Sanierung des Haushaltes. Aber dies ist alles andere als ein Selbstläufer. Auch wenn wir eine gute Basis gelegt haben: viele Unsicherheiten stehen im Raum, wenn es um die finanzielle Situation der Gemeinde in den nächsten Jahren geht. Genau dies darf aber nicht der Grund dafür sein, auf die Wahrnehmung von Chancen zu verzichten. Investitionen in der Zukunft sind unverzichtbar. Auch gute Projekte haben immer ein Restrisiko, aber wer nichts wagt, der hat gleich verloren. Lassen Sie uns also unsere Chancen beim Schopfe packen, lassen Sie uns ohne finanzielle Abenteuer einzugehen, die ärztliche Versorgung sicherstellen, den Markenkern Gesundheit ausbauen, unseren Bürgern und Vereinen ein neues, modernes Zentrum geben, aus einem verfallenden historischen Bahnhofsgebäude ein gästefreundliches Schmuckstück machen und die Faszination einer unbekannten Welt, die es so nur bei uns gibt, den Menschen im ganzen Land in einzigartiger Form vermitteln. Solche Chancen kommen nicht oft, und sie brauchen viel Arbeit und manchmal auch etwas Glück, um Realität zu werden.

Meine Damen und Herren,

unsere Gemeinde hat viele Standortvorteile, aber unsere Lage im Aggertal bringt auch Herausforderungen mit sich. Wir werden uns weiter und noch stärker mit der Aufgabe befassen müssen, wie wir die Gemeindeentwicklung mit unseren Ansprüchen als Umweltgemeinde in Einklang bringen können. Da reicht es weder aus, jeglichen neuen Bauplatz als Flächenfraß zu brandmarken, noch von großen neuen Gewerbegebieten zu träumen. Ressourcen schonen, Klima schützen und Nachhaltigkeit gestalten: all das muss kein Gegensatz zu einer attraktiven Entwicklung unserer Gemeinde sein, ganz im Gegenteil. Dabei kommt der umweltfreundlichen Mobilität besondere Bedeutung zu. Unser Mobilitätskonzept kann nur der Anfang sein. Nun gilt es, praktikable Alternativen zur Alleinfahrt im eigenen Auto aufzuzeigen. Wir müssen es attraktiv machen, mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren, es muss ein Vorteil bringen, sich Autos zu teilen und es muss bequem und praktikabel sein, mit dem Bürgerbus in die Ortszentren zu gelangen.

Viele weitere wichtige Aufgaben stehen an. Wir müssen uns mit dem sozialen Wohnungsbau, mit der Integrationsarbeit, der Zukunft der Schulen und mit der digitalen Welt genauso befassen wie mit den Entwicklungsmöglichkeiten unserer Gewerbebetriebe, der Weitergestaltung unserer Ortszentren, der Förderung von Ehrenamt, Brauchtum und unseren Vereinen oder mit der Zukunft der großen Waldgebiete in unserer Gemeinde. Bei allen Themen dürfen wir aber nicht vergessen, unsere Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Die Transparenz unserer Arbeit, das Angebot, dabei mitwirken zu können, die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements, alle diese Kriterien sind dabei von erheblicher Bedeutung. Wir sind die Dienstleister und gut beraten, Bürgerfreundlichkeit mit Leben zu erfüllen. Dazu wünsche ich uns eine glückliche Hand, viel Erfolg und nicht zuletzt viel Freude.