"Zukunft der Pflege - Pflege der Zukunft" - SPD diskutiert mit Experten und fachkundigen Besuchern

Ortsverein

Etwa 50 Besucher waren gekommen, um mit Martin Deckers (Leiter Otto-Jeschkeit-Altenzentrum), Dirk Broß (Pflegeschulleiter am Kreiskrankenhaus Gummersbach), Dr. Ralf Mühlenhaus (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes) und Dr. Thomas Aßmann (Hausarzt und Telearzt) die aktuelle Situation und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft der Pflege zu diskutieren.

Der Pflegenotstand in der ambulanten und stationären Pflege sowie in der Altenpflege ist seit Jahren bekannt und deutlich spürbar. So berichtete Thomas Voß, Betriebsleiter eines ambulanten Pflegedienstes, dass er in den letzten Tagen 5 Anfragen ablehnen musste.

Zunächst skizzierte der Vorsitzende des Kreisgesundheitsausschusses und Moderator Wolfgang Brelöhr, die Verbesserungen durch das vor gut 2 Wochen beschlossene Pflegestärkungsgesetz. Hierdurch soll die Pflege finanziell und vor allem personell unterstützt werden.

Diese Neuregelung wurde von vielen Teilnehmern begrüßt, die Besetzung der Mehrstellen sei jedoch aufgrund des leergefegten Arbeitsmarktes schwierig. Dirk Broß schilderte die Situation für Oberberg im Bereich der Ausbildung aber als beispielhaft, so würden etwa deutlich mehr Pflegekräfte in Relation zur Einwohnerzahl ausgebildet. Brelöhr erläuterte die unterschiedliche Finanzierung bei der Kranken- und Altenpflege. So müsse der Kreis trotz Erhöhung des Landeszuschusses für die Finanzierung der theoretischen Ausbildung in der Akademie für Gesundheitswirtschaft und Senioren (Agewis) erhebliche Beträge zuschießen. Aber auch weitere Aspekte kamen zur Sprache. So forderte Martin Deckers die Alten- und Krankenpfleger zu einem größeren Selbstbewusstsein auf: „Wir sollten stolz sein auf unserem Beruf und so die Attraktivität erhöhen.“

Dr. Mühlenhaus forderte die Gesellschaft auf, umzudenken und die alten und pflegebedürftigen Menschen mehr wertzuschätzen: „Es ist wichtig, dass das Wir-Gefühl zwischen den Generationen wieder mehr gefördert wird.“

Die Pflegedienstinhaber Uwe Söhnchen und Bernhard Rappenhöhner regten in diesem Zusammenhang einen Ausbau des Quartiersmanagement an, in dem die gesellschaftliche Teilhabe von Senioren gefördert werden sollte. Auch die Finanzierung der Pflegeversicherung sei aus ihrer Sicht nicht ausreichend.

Zur Digitalisierung in Behandlung und Pflege gingen die Meinung auseinander. Nicht alle können sich Pflegeroboter zur Unterstützung der Pflegekräfte vorstellen. Dr. Thomas Aßmann erklärte sein telemedizinisches Konzept, das auch in Pflegeheimen für eine bessere Versorgung und effizientere Ressourcenverwendung sorgen würde: „In einem telemedizinisches Behandlungszimmer im Pflegeheim könnten in der Zukunft durch Zuschaltung eines Arztes per Videokonferenz und die Übertragung der medizinischen Daten viele Fahrten ins Krankenhaus vermieden werden. Das erspart den betroffenen Patienten viele Unannehmlichkeiten und die Ressourcen der Beitragszahler würden geschont.“

Alle Besucher waren sich einig, dass noch große Anstrengungen erforderlich sind.