SPD-Jahresempfang stieß auf großes Interesse - Pfarrer Franz Meurer als Gastredner

Ortsverein

Pfarrer Franz Meurer

„Respekt in Zeiten der Ungleichheit“. Unter diesem Thema hatte der SPD-Ortsverein Engelskirchen/Ründeroth zum traditionellen Jahresempfang eingeladen. Vorsitzende Dawn Stiefelhagen mit vielen rührigen Helfern an der Seite konnte ca. 200 interessierte Gäste aus Vereinen, dem Gewerbe, der Politik, den Kirchen und sozialen Institutionen begrüßen.

Gastredner war in diesem Jahr der im Rheinland sehr bekannte, katholische Pfarrer Franz Meurer.  Seit 1992 ist er Pfarrer der Kirchengemeinden in den Kölner Stadtteilen Höhenberg und Vingst, die als „Problemviertel“ gelten. Dort leben rund 23.000 Menschen, von denen 4.000 Sozialhilfe erhalten; jeder dritte hat einen Migrationshintergrund. Meurer ist es gelungen, diesen sozialen Brennpunkt durch zahlreiche Aktivitäten zu entschärfen, indem er eine Kleiderkammer, eine Suppenküche, eine Ferienfreizeit HöVi-Land für 500 Kinder in den Sommerferien bis hin zu einem Programm für Arbeitslose initiierte.

 

„Ein großer Teil der Bürger in dieser Gesellschaft hat die Zuversicht verloren, dass das eigene Handeln eine Wirkung erzielt“. Mit diesen Worten startete Meurer seinen Diskurs zum Zustand dieser Gesellschaft. Menschen in prekären Lebenslagen fühlen keine Selbstwirksamkeit mehr. Die sogenannten Stützen dieser Gesellschaft fühlen sich nur noch als kleines Rädchen im Getriebe, welches sich mit Höchstgeschwindigkeit bewegt.

Jahresempfang 2018

„Wir müssen die Selbstwirksamkeit wieder entdecken. Die Menschen haben keine Resonanz mehr. Einer schreit um Hilfe, doch niemand hört. Was gibt meinem Leben Sinn?“.  Mit Sätzen, wie diesen fesselte Meurer die Zuhörer und gab viele Anstöße, diese Zustände zu überwinden.

„Wir müssen immer aus der Perspektive der jeweils betroffenen Menschen auf die Welt schauen, wieder Nachbarschaft herstellen, den Sachverstand vor Ort nutzen und unabhängige Bürgerversammlungen schaffen, die über gesellschaftliche Probleme nachdenken und auch Entscheidungen treffen dürfen“, meinte Meuer.  Es sei wichtig, die Menschen in ihrer Würde und in dem was sie an Begabungen mitbringen zu unterstützen und zum Beispiel den passenden Beruf zu finden. Einige Filmbeispiele erläuterten seine Vorgehensweise in einem Schulprojekt eindrucksvoll.

Der lang anhaltende Beifall der zahlreichen Zuhörer zeigte, dass Meurer mit seinen lebensnahen Ausführungen den Nerv und das Herz der Anwesenden berührt hatte.

Bei fairem Kaffee, selbst gebackenem Kuchen und der Musik von Two for You gab es noch viele engagierte Gespräche der Gäste untereinander.